Tai Chi Chuan

 太 極 拳

Was bedeutet Tai Chi Chuan?

Die chinesische Sprache kann man nicht Wort für Wort übersetzen, denn die Sprache der Chinesen ist sehr blumig und vielgestaltig. So kann ein Symbol oder ein Wort auch mehrere Bedeutungen haben, und welche Bedeutung genau gemeint ist, erschließt sich einem erst aus dem Satzzusammenhang. Daher ist auch Tai Chi Chuan nur schwer Wort für Wort zu übersetzen. Der Begriff Tai Chi Chuan, oftmals auch Tai Ji Quan geschrieben, muss man zuerst auseinandernehmen um es übersetzen zu können. Taichi als zusammengesetztes Wort bedeutet das Höchste, das Beste, das Stärkste. Chi ist der Begriff für die Lebensenergie. Quan oder auch Chuan bedeutet Faust. Das Wort Chuan lässt also die Verwandtschaft zu den Kampfkünsten erkennen.
Man könnte Tai Chi Chuan demnach mit folgenden Bezeichnungen übersetzen: Das höchste Prinzip der Energiefaust… oder… Das höchste Prinzip der Selbstverteidigung… oder… Die höchste Energiefaust… oder… Die stärkste Energiefaust. Suchen Sie sich die Bezeichnung heraus, welche ihnen am besten gefällt. Vereinfacht ausgedrückt übersetzt man es sehr häufig als Chinesisches Schattenboxen.

Was ist Tai Chi Chuan?

Das Tai Chi Chuan (im weiteren Text nur noch TCC genannt) wurde von der Familie Chen entwickelt. Die Chen-Familie benutzte TCC ausschließlich zur Selbstverteidigung. Erst mit den Jahren fiel den Schülern und Meistern des TCC auf, dass sich das Praktizieren dieser Technik positiv auf Körper, Geist und Seele auswirkte. Dadurch fand TCC immer mehr Eingang in die Chinesische Medizin.

TCC ist eine Bewegungslehre welche aus langsamen und fließenden Bewegungsfolgen besteht. Diese Bewegungen haben einen positiven Einfluss auf unseren Körper, unsere Seele und den Geist. Nur wenn diese drei Teile unseres Körpers im Einklang sind, können wir gesund leben.
TCC ist demnach eine Mischung aus Kampfkunst und Heilkunst. Je nachdem wie man die Formen einsetzt, kann man sie also in zwei Richtungen lenken. Langsam ausgeführt können sie heilsam wirken, schnell ausgeführt können sie durchaus auch verletzen.

Chi – unsere Lebenskraft

Jedes Volk der Vergangenheit glaubte an eine geheimnisvolle Kraft, welche uns Menschen am Leben erhält. Die Japaner nannten sie Ki, die Hawaiianer sagten Mana dazu, die Inder nennen sie Prana, die keltischen Priester gaben ihr den Namen Awen, und die Chinesen nannten sie Chi. Chi ist laut der chinesischen Lehre überall enthalten. Die gesamte Natur besteht aus diesem energetischen Stoff, sei es nun ein Grashalm, ein Baum, ein Stein, die Tiere oder wir Menschen. Ohne das Chi würde nichts auf dieser Erde leben können. Wenn das Chi in unserem Körper stark ist, dann sind wir gesund und kräftig. Schwaches Chi führt zu Energieblockaden, und diese machen den Menschen krank, da die Energie nicht mehr frei fließen kann. TCC hilft uns diese Energie zu fühlen, und sie zu lenken, und dadurch Energieblockaden aufzulösen, und uns gesund zu erhalten.

Dantien – der Speicher des Chi

Der Körper hat drei Dantien. Das erste sitzt zwischen unseren Augen, das zweite in der Mitte der Brust, und das dritte zwei Fingerbreit unter unserem Nabel. Das für uns Relevante ist das Dritte Dantien. Das Dantien ist der Speicher unserer Energie, unseres Chi. Hier bildet sich unsere Körperenergie, und hier können wir Energien speichern. Die Energie die wir durch das TCC aktivieren, können wir also dorthin lenken, und sie dann bei Bedarf für uns nutzbar machen.

Die Stile

Es gibt verschiedene TCC-Schulen, und jede Schule hat ihre eigenen Formen. Der ursprünglichste Stil der geschichtlich belegt ist, ist der Chen-Stil. Aus ihm entwickelte sich der Yang-Stil. Aus diesem dann der Wu-Stil. Als Meister Sun den Wu-Stil erlernt hatte, entwickelte er aus diesem den Sun-Stil. Ein zweiter Meister Wu, lernte den Yang-Stil und entwickelte aus diesem einen zweiten Wu-Stil. Diese Stile unterscheiden sich in Länge und Anzahl der Formen. Der Chen-Stil zum Beispiel besteht aus 88 Formen, und der Yang-Stil aus 43. Die Formen sind die Bewegungsabläufe die fließend ineinander übergehen.

Die Volksrepublik China entwickelte einen weiteren, vereinfachten Stil, den Peking-Stil mit 24 Formen. Meister Chungliang Al Huang entwickelte einen eigenen Stil, welcher gerade für einen Anfänger sehr einfach nachzuvollziehen ist. Er besteht aus 13 einfachen Übungen, und diese können einzeln oder nacheinander ausgeführt werden.

Wirkung des Tai Chi Chuan

Das TCC wirkt wie weiter oben beschrieben sehr heilsam. Wenn man es regelmäßig ausführt, attestieren klinische Tests dem TCC folgende Wirkungen:

  • Positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System
  • Verbesserung der Atemfunktion
  • Stärkung des Autonomen Nervensystems
  • Bessere Körperwahrnehmung und Gleichgewichtssinn
  • Größere Muskelkraft
  • Niedrigere Cholesterinwerte
  • Angstreduktion
  • Steigerung des Allgemeinen Wohlbefindens
  • Verbesserung des Schlafes
  • Positive Effekte bei Arthritis
  • Verbesserung der Lebensqualität bei Multipler Sklerose
  • Positive Effekte bei Krebsbehandlungen
  • Mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein
  • Positive Effekte bei Parkinson
  • Verbesserungen der Lebensqualität bei Fibromyalgie
  • Rehabilitation bei Schlaganfällen
  • Stressreduktion
  • Verlangsamung des Alterungsprozesses
  • Vorbeugung gegen Burn-Out
  • Stärkung der Gelenke und Sehnen
  • Positive Effekte bei Depressionen
  • Konzentrationsstärkung
  • Stärkung der inneren Ruhe und Gelassenheit
  • Positivere Ausstrahlung
  • Usw.

Ziele des Kurses

In den meisten TCC-Kursen lernt man die Übungen, allerdings ohne erklärt zu bekommen, was diese Übungen bedeuten, und wie man dieses ominöse Chi spüren kann. Manche Lehrer erklären nicht einmal was Chi ist.

Unser erstes Ziel wird sein, Ihnen ein Verständnis dafür zu geben, was sie da eigentlich machen. Denn wenn man nicht versteht was man tut, verliert man auch schnell wieder die Lust daran.

Das zweite Ziel ist es das Chi für Sie fühlbar zu machen. Dies schaffen wir durch ganz einfache Tai Chi-Übungen. Trotz der Einfachheit der Übungen haben sie eine immense Wirkung.

Das dritte Ziel ist, Ihnen komplexere Übungen beizubringen. Hier geht es nicht darum alle Formen auswendig zu lernen und haargenau auszuführen, sondern darum sich bei den Übungen wohlzufühlen. Dafür wurden von mir Kurzformen entwickelt, mit denen Sie sehr gut selbst arbeiten können.

 

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